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Ein Tag von Fabián

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Fabián lebt mit seiner Familie in Casa Quemada. Er hat drei große und drei kleine Geschwister. Sein Vater ist oft nicht zu Hause, er arbeitet in der Stadt, weil sie nicht genügend Kartoffeln und Lauch haben, den sie verkaufen können. Manchmal kommt auch plötzlich Bodenfrost und dann gibt’s wächst noch weniger.

Fabián ist 9 Jahre alt und geht zur Schule. Da läuft er eine halbe Stunde mit zweien seiner Geschwister. Manchmal kommen sie ein bisschen zu spät und dann stehen schon alle 60 Schulkinder im Morgenkreis auf dem Schulhof und singen ein Lied. Dann wird noch gespielt, damit allen warm wird, auch denen, die nicht so einen weiten Schulweg haben. Singend gehen alle in die Klassenzimmer. Wenn es regnerisch und windig ist, ist es in den Zimmern ziemlich kalt, weil ein paar Fenster kaputt sind. Dann ist Fabián froh, dass er seinen Poncho mitgenommen hat. Fabián ist froh, dass er hier auf der Schule ist. Hier lernt er auch in Kichwa (der Sprache der Indigenen) zu lesen und zu schreiben. Und fast alle Lehrer können auch Kichwa. In der Pause gibt es was zu essen, eine Portion Reis für jeden. Eine Woche reicht es noch, dann ist alles aufgebraucht und erst in 1-2 Monaten gibt es vom Staat wieder Essen. Auch Fabián hat heute ein paar Kartoffeln mitgebracht. Jede Woche bringt eine Jahrgangsstufe noch etwas Gemüse für das Mittagessen mit, eben das. was sie zu Hause haben.

Nach der Schule beeilt sich Fabián mit seinen Geschwistern nach Hause zu kommen. Es weht ein starker Wind und bald wird es regnen und Fabián muss doch auch noch Futter für die Meerschweinchen schneiden.

Danach macht Fabián Hausaufgaben. Seine Mutter kann ihm dabei nicht helfen. Die Schule in Casa Quemada gibt es erst seit 30 Jahren. Daher kann seine Mutter nicht lesen und schreiben. Manchmal fragt er seine große Schwester, aber die hatte damals auch noch kein Englisch und seit diesem Jahr lernt Fabián Englisch. Und Fabián hilft seinen kleinen Geschwistern. Nur schade, dass sie keine Bücher außer den Schulbüchern haben. Sonst könnte er vielleicht seiner kleinen Schwester auch mal was vorlesen.

Um sechs wird es dunkel und seine Mutter ist in der kleinen Hütte mit Grasdach– schon von weitem sieht man dass sie jetzt kocht. Der Qualm zieht durch das Dach. Innen kann man nur die Mutter erahnen, auch dort ist alles voll Qualm, es gibt keine Fenster, damit es schön warm ist. Seine Mutter kocht Bohnen und Kartoffeln. Die ganze Familie geht zeitig ist Bett, morgens geht es früh raus. Noch vor der Schule werden die Tiere aufs Feld gebracht, wo sie genügend zu fressen finden können.

Und Fabiáns Geschwister? Die beiden größten Geschwister arbeiten. Juan in der Stadt in einer Großgärtnerei, er kommt nur am Wochenende heim und geht samstags zur Schule, er ist in der 10. Klasse. Maria arbeitet zu Hause, passt auf die kleinen Geschwister auf, kocht, wäscht Wäsche im Fluss, arbeitet auf dem Feld mit ihrer Mutter zusammen. Die beiden kleinsten Geschwister sind auch immer bei Mutter oder Schwester. Einmal in der Woche kommt eine Erzieherin und spielt mit den beiden kleinen. Fabián ist gern dabei, denn die Erzieherin bringt oft auch eine Schere und Leim mit und dann darf auch Fabián mit basteln.

 
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